Die Portfolio-Arbeit

Die Portfolio-Arbeit

 

Definition

 

Portfolios in Form von Mappen sind in künstlerischen Fächern schon lange in Gebrauch. Ist aber ein Portfolio im Sprachunterricht etwas Anderes?

Interessante Informationen über das Portfolio in der Ausbildung habe ich in der folgenden Webseite der Universität Köln gefunden http://methodenpool.uni-koeln.de/portfolio/frameset_portfolio.html

Es ist heute schwierig, Portfolios genau zu definieren. Es gibt sehr verschiedene Arten von Portfolios, die je nach Zweck und Thema, Fach und Auswertungszusammenhang variieren. Verbreitet haben sich Portfolios seit Ende der 80er Jahre in einer sehr stürmischen Entwicklung zunächst in den USA. Unter den Stichwörtern „Portfolio“ oder „Portfolio Assessment“ findet man eine Fülle an Büchern, Zeitschriftenartikeln und Internetdarstellungen.

Ein Portfolio aber im Sprachunterricht könnte meiner Meinung nach wie folgt definiert werden: Ein Portfolio im Sprachunterricht ist eine vorsichtig ausgewählte Sammlung, in der Webseiten, Arbeitsergebnisse, Arbeitsprotokolle, Dokumente und alle Arten von Präsentationen zu einem konkreten Thema gesammelt, präsentiert und evaluiert werden. Es handelt sich um eine entwickelte Form des Autonomen Lernens, wo der Lernende im Rahmen eines Kurses und unter der Leitung (besser gesagt Koordination) der Lehrperson gezielt arbeitet, Ziele setzt, seine Ergebnisse präsentiert, sich evaluiert und dadurch sich kontinuierlich verbessert.

Portfolios sind in der Regel dabei immer sowohl produkt- als auch prozessorientiert. Es werden Produkte und Prozesse dokumentiert und reflektiert, die Bemühungen, Ergebnisse und möglichst Fortschritte von Lernern darstellen helfen.

Diese Methode als Lernform und authentische Evaluationsmethode hat in der letzten Zeit an Bedeutung gewonnen und wird in vielen europäischen Ländern eingesetzt. Das Europäische Sprachenportfolio hat dazu auch einen wichtigen Beitrag geleistet.

Eine weiterer Aspekt der Portfolio-Arbeit bezieht sich auf die Kommunikation zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden. Ein Portfolio enthält Pflichtteile, die verfertigt und mit den Lehrenden besprochen werden müssen, und Wahlteile, die der sehr persönlichen Ausformung unterliegen, und bei denen der Lernende selbst entscheidet, was er in welcher Form somit aus der Hand gibt und mit wem er es bespricht. Das heißt, dass der Lernende nicht so frei ist. Ein Leitfaden muss vorhanden sein, und das soll vorher bei der Planung des Portfolios detailliert besprochen werden. Denn es versteht sich nicht von selbst, dass der Lernende in der Lage ist, mit demokratischen Methoden zu Recht zu kommen. Solche Beispiele haben unsere lieben Kolleginnen, die in Iran unterrichten, schon gegeben. Der ständige Dialog zwischen dem Lehrenden und dem Lernenden ist nicht nur motivierend, sondern auch eine Voraussetzung für den Erfolg. Der Lernende erreicht seine Autonomie schrittweise und benötigt einen festen Plan, mindestens am Anfang des Prozesses. Der Rahmen aber soll in der Regel klar gesetzt werden, d.h. Ziele, Verbindlichkeit, Umfang und Erwartungen, Bewertungen und ihre Konsequenzen.

Eins steht fest Die Portfolio-Arbeit bittet sich als Selbsterfahrung an, wenn längere Arbeitsphasen mit eigenständigen Aktivitäten die Lerner fordern

 

Vorteile der Portfolio-Arbeit

  • fördert das autonome Lernen
  • Gibt dem Lernenden das Gefühl der Freiheit (bei der Auswahl von Themen, Präsentationsform usw)
  • Der Lernende bestimmt die Ziele und die Evaluation
  • Eine Methode, die dem Lernenden besonders hilfreich für seine künftigen Aktivitäten sein kann.

 

Nachteile der Portfolio-Arbeit

  • Zeit, denn diese Methode ist wesentlich zeitaufwändiger als die herkömmlichen Arbeitsverfahren.
  • Diese Methode wird nicht problemlos im Schulalltag realisiert, weil sie den Spagat zwischen Lernerautonomie und Schule als Einrichtung mit strikten Zeit- und Organisationsstrukturen versucht.

 

 

Natürlich werde ich bald mehr Erfahrungen bekommen, was diese Methode anbieten kann und wo ihre Grenzen und ihre Potenziale stehen. Momentan ist alles sehr theoretisch und um ehrlich zu sein, habe keine feste Ahnung, wie ich diese Methode in meinem Unterricht ausprobieren kann.

 

Ich warte auf eure Kommentare.

LG

Dimitris

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